Unser Bereitschaftsleiter arbeitet hauptberuflich als Dozent in der Rettungsdienstausbildung beim Malteser Hilfsdienst (MHD) und hat so den Kontakt zwischen der Schule in Korntal und unserem Ortsverein vermittelt. Viele Auszubildende zum/r Notfallsanitäter:in wissen wenig über den ehrenamtlich getragenen Bevölkerungsschutz, trotzdem ist im seltenen Einsatzfall eine reibungslose Zusammenarbeit nötig. Deshalb besuchten bereits zum zweiten Mal zwei Klassen des dritten Lehrjahres im Rahmen des Unterrichts zum ManV und Großschadenslagen unseren Ortsverein, um die Leistungsmodule einer Einsatzeinheit kennentzulernen. In zwei Gruppen lernten die Auszubildenden die Leistungsmodule Führung, Transport und deren Kompetenzen im Einsatz kennen und bekamen ein Bild vom Konzept der Einsatzgruppe Bereitschaft. Sie konnten sich an den Fahrzeugen einen Eindruck verschaffen, wie Patientenversorgung im Krisenfall ablaufen würde. Eine zweite Gruppe verlegte mit dem GW-San und dem RTW auf den Parkplatz des örtlichen Gymasiums um dort die beiden Zelte des GW-San auszubauen und eines für T1-Patient:innen (schwerstverletzt, SK 1, rot) und eines für T3-Patient:innen (leichtverletzt, SK 3, grün) auszustatten. Wird ein BHP alarmiert und geht in Betrieb, dann muss der Rettungsdienst mit zwei RTW-Besatzungen im T1-Zelt bei der Versorgung unterstützen. Dieser Fall ist glücklicherweise sehr selten, umso wichtiger ist es aber, dass die RTW-Besatzungen dann einen groben Eindruck davon haben, was auf sie zukommt und was es bedeutet, einen BHP anzufordern. Besonders die lange Vorlaufzeit von ca. 2 Stunden bis in Betriebnahme überraschte die meisten. Die Notfallsanitäterausbildung hat ihren Schwerpunkt ganz klar auf der sog. Individualversorgung. Das heißt ein Team kümmert sich um eine(n) Patient:in. Im Katastrophen- oder ManV-Fall dann muss der Switch gelingen und es gilt, das Überleben möglichst vieler mit wenigen und oft erstmal unzureichenden Ressourcen zu sichern. Viele Prinzipien aus dem Arbeitsalltag müssen hier dann hinten anstehen. Dazu ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz, DRK und MHD nötig.
