Seit Juni 2011 bringen sich Mitglieder unseres Ortsvereins auch in Notfallrettung und Krankentransport ein. Viele unserer Mitglieder haben bereits durch ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) die Qualifikationen des Rettungshelfers (RH) oder Rettungssanitäters (RS) erworben, womit sie vollwertig im Rettungsdienst eingesetzt werden können. Dies geschieht unter anderem zum Besetzen zusätzlicher Schichten bei Auftragsspitzen im Krankentransport, zur Krankheits- und Urlaubsvertretung sowie in selteneren Fällen für geplante Fernfahrten nach Hannover, ins Allgäu oder noch weiter weg. Viele unserer Mitglieder sind außerdem hauptamtlich im Roten Kreuz tätig.
Der DRK-Kreisverband Ludwigsburg e.V. betreibt seit Mai 2021 die Motorradstaffel, bei der sich auch Helfer unseres Ortsvereins beteiligen. Diese soll als Ergänzung zu den Helfern vor Ort (HvO) dienen, um möglichst schnell medizinische Hilfe leisten zu können. Die Motorradstaffel bietet zudem Motorradausfahrten an und begleitet Bikertreffs auch in umliegenden Landkreisen. Sanitätsdienste in der ganzen Region werden von ihr unterstützt. Sie ist eine ideale Möglichkeit, Hobby und DRK – Motorradfahren und Hilfe leisten – im Ehrenamt miteinander zu verbinden.
Als Gruppe des Kreisverbandes setzt sich die DRK-Kreisvorhaltung aus Einsatzkräften verschiedenster Ortsvereine zusammen. Nach dem Ahrtal-Hochwasser wurde den Verantwortlichen klar, dass das DRK sich besser für solche Lagen aufstellen muss und eine zentrale Logistikkomponente im Kreis sinnvoll ist. So wurde ein Unimog als geländetaugliches Transportfahrzeug beschafft und mobile Tankstellen für eine Notbetankung von Einsatzfahrzeuge. Notstromaggregate auf Anhängern sorgen für eine unabhängige Stromversorgung und können bei Bedarf DRK-Einrichtungen autark machen. Ziel ist es, den Kreisverband als Ganzes für Ausfälle der Infrastruktur besser vorzubereiten.
Es gibt leider ab und zu Einsätze, die für die Angehörigen der Patienten oder - seltener - für uns Einsatzkräfte schwer zu verkraften sind. Um in diesen Situationen den Menschen zu helfen, gibt es seit Januar 2000 im Landkreis Ludwigsburg die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV, auch bekannt als Notfallseelsorge), die einzelne Mitglieder von uns seit Januar 2016 unterstützen. Gezielt kann die PSNV beispielsweise zu Unfällen mit Todesfolge dazu alarmiert werden. Zusätzlich ist die PSNV regelmäßig bei uns zu Bereitschaftsabenden eingeladen und schult die Mitglieder des Ortsvereins in psychischer Erster Hilfe und Stressbewältigung.
Gut ausgebildete Einsatzkräfte sind die Grundlage erfolgreicher DRK-Arbeit. Deshalb wirkt unser Ortsverein gleich in zwei Lehrgängen für neue DRKler mit. Im Sanitätslehrgang werden die Grundlagen einer strukturierten Notfallversorgung praxisnah vermittelt. Im Kurs werden die neuen Einsatzkräfte täglich von drei Ausbildungskräften be- und angeleitet. Sie lernen, eine verletzte oder erkrankte Person einzuschätzen und nötige Erstmaßnahmen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu treffen. Auch erweiterte Rettungstechniken werden gelehrt. Der Funklehrgang wiederum ist die Voraussetzung zum Teilnehmen am Digitalfunk der BOS. Hier gelten besondere Regeln der Kommunikation, um auch in größeren Einsätzen den Überblick und die Struktur zu wahren.
Die realistische Notfalldarstellung hilft uns bei Übungen und Lehrgängen Unfallszenarien möglichst realitätsnah durchzuspielen und so die Helfer auf den Ernstfall vorzubereiten. Schminken und Mimen, mit Kunstblut und Schauspieltalent sind sowohl für die Ausbildung neuer, als auch fürs Training langjähriger Mitglieder des DRK essenziell. Denn so legen die Einsatzkräfte bereits früh die Scheu vor echten Einsätzen ab und lernen somit das Arbeiten am echten Menschen. Unsere Notfalldarstellung sorgt regelmäßig dafür, dass auch erfahrene Einsatzkräfte vergessen, dass es sich um eine Übung handelt.